ich habe euch soo viel zu berichten, hatte die letzten tage aber kaum zeit, weil ich untergehe in hausaufgaben. JA, ihr habt richtig gehört, ich bekomme hausaufgaben auf, undzwar ganz schön viel - und das in der USA! wer hätte das gedacht? ich nicht, und hiermit möchte ich jedem, der gesagt hat, dass schule in den usa ja sooo einfach ist und dass man kaaaum hausaufgaben aufbekommt, in die fresse schlagen. danke. denn das ist überhaupt nicht wahr. das war aber nicht die einzige überraschung / schlag in die fresse (wie auch immer ihr es nennen möchtet :P) in dieser woche. diese erste schulwoche hat mich unheimlich aufgeklärt und ich sehe manche dinge jetzt mit anderen augen. oh gott, ich glaub jetzt hab ich manche von geschockt! :D nein, bei mir ist alles bestens, ich liebe die usa immer noch sehr und bin ziemlich glücklich hier :) aber am besten, ich fang von ganz vorne an:
mittwoch, 7:15 uhr. ich stehe an meiner neuen high school namens "blue valley west high school" und mein gastdaddy brad macht bilder von mir. ich bin aufgeregt. wie wird's wohl sein? ich freu mich auf meine ganzen einfachen fächer und die after school activities, ich freu mich auf "lunch break", ich freu mich auf die wenigen hausaufgaben, ich freu mich auf alles. high school wird einfach super und einfach nur chillig ;D (FAIL.)

naja, auf jeden fall gabs dann senior breakfast mit smoothies und donuts von "dunkin donuts" - haha, typisch amerikanisch :D und die donuts waren göttlich. ohne witz. <3 und man fühlt sich einfach schon geil, weil man ein senior ist. yiha! :D
Ich hab jetzt keine lust zu erklären, wie jede einzelne stunde verlief und was wir gemacht haben, wär ja auch langweilig oder? ;D ich will nur sagen, dass US-history und englisch ziemlich schwer sind für mich, da alles in englisch und schwer zu verstehen ist. wir bekommen tonnenweise hausaufgaben auf, die einerseits wirklich intressant sind und noch nebenbei mein englisch verbessern, aber andererseits ist es echt lästig. und ich muss immer doppelt so genau zuhören, damit ich alles verstehe. noch dazu kommt es, dass man in englisch einfach mal so spontan im unterricht einen essay schreibt, der benotet wird und in us-history wird jeden freitag ein quiz über eine ganze unit geschrieben. das ist echt krass, dafür muss man viel lernen, vor allem, wenn man nie vorher amerikanische geschichte studiert hat - und das auch noch auf englisch!
und das krasseste ist, dass meine lehrerin nicht mal weiß, wie man den namen einer weltbekannten & in die geschichte eingegangenen person buchstabiert. irgendwie erbärmlich :D
FAIL :D
naja, also das benotungssystem ist hier mit punkten und prozenten, ganz witzig eigentlich, weil man mit freiwilligen arbeiten immer verlorene punkte wieder ausgleichen kann ;) algebra 2 ist ein lächerlich einfaches fach, das ist kaum zu fassen. ich meine, guckt euch das an!
wtf?
nur auch in diesem fach bekommt man tonnenweise hausaufgaben auf, sodass man in ihnen versinkt. also ich sags euch leute, hört auf niemanden der sagt: USA - highschool - voll easy. ist es nicht, definitiv nicht.
die schulstunden dauern 94 minuten :D ja, VIER UND NEUNZIG, nicht 95 oder so, nein, wär ja zu einfach :D und man hat 6 minuten zeit, um den klassenraum zu wechseln. klingt eigentlich ganz in ordnung, nur das problem ist, dass die lehrer hier ihren eigenen klassenraum haben und man von raum zu raum geht. dazu kommt noch, dass unsere schule gigantisch ist und nach dem klingeln 79234729 schüler durch die gänge wuseln, sodass mein kümmerlicher orientierungssinn kaum eine chance hat.:D achja, und was noch zu erwähnen ist: es ist unmöglich in diesen 6 minuten seinen (typisch amerikanischen) locker zu öffnen, der sowieso unmöglich zu öffnen ist und mir tierisch auf den sack geht :D scheiß zahlenkombination, warum nicht einfach ein verdammter schlüssel? soviel zu dem thema...
hassobjekt: locker
jetzt zu meinen anderen erwartungen, die sich als falsch herausgestellt haben. ich habe immer gedacht: high school, boa geil, du gehst hin, stellst dich vor, alle bewundern dich, jeder steht auf dich, du bist die neue, 2. tag und du bist auf 10 verschiedenen houseparties eingeladen, mit pool und all dem kram, nice! aber leute? so ist es nicht. in amerika sind so viele austauschschüler, du bist keine besonderheit mehr. und ich war zutiefst deprimiert, dass mir kaum jemand mehr als 2 minuten aufmerksamkeit geschenkt hat. man ist einfach nur ein schüler, der in der masse untergeht, und wenn man nicht selbst die chance ergreift und mit jemandem spricht, dann hat man verloren. denn ich kann euch sagen, von selbst kommt kaum jemand auf einen zu! bis ich das verkraftet hab, hatte ich eine deprimierende, freundeslose phase :D zum glück hatte ich alex (www.goUSAlex.blogspot.com) an meiner "seite" (naja, oklahoma city ist jetzt nicht "an meiner seite":P), der so ungefähr das gleiche durchgemacht hat wie ich. :D ja, wir waren naiv und dachten die usa, das land der unbegrenzten möglichkeiten, wäre perfekt :D naja, diese phase hab ich jedoch zum glück hinter mir, denn ich hab mir gedacht: HEY, scheiß drauf, dann bist du eben nicht im mittelpunkt und nimmst die sache jetzt selbst in die hand! und tadaaa, wer sagts denn, ich habe "freunde" gefunden :) die hayley, den gerrit, die lucy & all die anderen... :) wer sagt's denn, ich bin kompetent! :D
am freitag war ich mit lucy aus für dinner. sie ist ein echt wunderbares mädchen und ich habe sie echt gern. nach dem essen (ich hasse übrigens mexikanisches essen wie die pest!) haben wir einen freund von ihr abgeholt, der körperlich etwas verhindert ist, da er 6 monate im koma lag wegen eines autounfalls... er ist aber sehr nett :) wir waren zusammen eis essen in einem riiiesigen eisgeschäft wo man sich das eis selbst aus automaten holt und eine riesige auswahl an sachen hat, die man auf sein eis tut :)
es war so krass schön, wir haben eine menge von lucy's freunden getroffen und ich habe mich so gut mit ihnen verstanden. es hat gewittert draußen und wir sind im warmen regen rumgelaufen und haben getanzt, es war wundervoll. wir haben dann lucys freund nachhause gebracht und sind ab zu jared gefahren, den ich unter anderem auch im eiscafe kennen gelernt hab. der abend bei ihm zuhause war fantastisch! ich versteh mich super gut mit lucy und ihren freunden, und ich habe so viele neue menschen kennen gelernt, die sich für mich intressieren. nächstes wochenende mache ich warhscheinlich wieder etwas mit jared und lucy und außerdem nimmt er mit auf ein footballgame mit (& lucy cheert :D), damit ich "the whole experience of an american high school" habe :P (er selber ist im country cross team). ihr seht, man muss nur handeln, sonst geht man unter :)
ansonsten liebe ich meine high school & mein leben hier natürlich sehr! ich liebe es mit dem typischen amerikanischen gelben schoolbus zu fahren (nummer 76 (; ) und lunch in der cafeteria zu kaufen und mit den anderen gemeinsam zu essen :) (das essen schmeckt garnicht mal so schlecht!) ich liebe meine acting klasse, weil unglaublich nette leute drin sind und ich eine wunderbare lehrering habe. und höchstwahrscheinlich bin ich bei der main stage production dabei, die im november premiere hat. die castings sind am 16ten oktober und die show wird "hollywood arms" heißen. ich freue mich unglaublich! auch freue ich mich über meine chorgruppe und meine chorleiterin und auf all die konzerte, die wir gemeinsam haben werden. ich freue mich über meine digital imaging class, wo ich endlich lerne, mit photoshop umzugehen und meine painting-class, weil ich mich super gut mit meiner lehrerin mrs. waldorf verstehe und ich malen und zeichnen einfach liebe! und weil jack in meiner painting klasse ist :P und er mich beim lunch vorgelassen hat und gezwinkert hat. mwahaha. :D find ich gut.
lunch-abhol-room:P
ja, das ist so ungefähr mein leben im moment, die honey-moon-phase ist vorbei, ich schwebe nicht mehr auf wolke 7 und kann gutes und schlechtes unterscheiden. ich weiß, dass es nicht perfekt ist hier. natürlich hatte ich heulkrampfphasen, wo ich einfach nur jemanden brauchte, der mich in seinen armen hält, aber ich hatte meine freunde, die das selbe durchmachen und mich unterstützt haben, und ich hatte ian. ja, es ist nicht perfekt hier, aber ich finde es gut so, wie es jetzt ist. :)
man muss hier so oft über seinen eigenen schatten springen, dieses auslandsjahr macht dich so reich an erfahrungen. du wirst dir über dich selbst klar, wie dumm es auch klingt. du machst so viel, was du zuhause nicht machen würdest und vieles davon gefällt dir sogar! und du entdeckst so viele neue seiten an dir, über die du dir vorher garnicht im klaren warst. und du merkst, dass du stark bist. und du merkst, dass du allein sein kannst, wenn du es musst. niemand sagt, dass du es willst, aber du kannst es, wenn du musst. und diese erkenntnis ist goldwert.
i can be alone - on my own!
auf ein wundervolles, verbleibendes halbes jahr, mit vielen spannenden erlebnissen, erfahrungen und tollen freunden.
in liebe, elvin
Oh man. Irgendwie macht es mir ein wenig Angst , jetzt ins Auland zu gehen. Ich befürchte ich bin ziemlich schüchtern.
AntwortenLöschenHast du eigentlich gut Englisch gesprochen bevor du nach Amerika gegangen bist? UUnd hast du noch gelernt, bevor du gegangen bist?
Würde mich ziemlich interessieren, wäre nett wenn du antwortest. :)
Toller Blog!
Liebe Grüße
Pauline
www.caramelcreamable.blogspot.com